Kontinuität statt Bruch

Der erste Seminartag hat für mich in positiver Hinsicht historische mit neuen Aspekten sicherheitspolitischer Fragen verbunden. Während die geschichtlich verankerten Vorträge vor allem verdeutlicht haben, dass „Hard-power“ und Machtpolitik weiterhin von Relevanz sind und den politischen Umgang im globalen Norden strukturieren, hat der Vormittag mit seinem theoretischem Fokus auf den Pazifismus vor allem einen Bezug gehabt zu vieler der militärischen Interventionen und ihrer Legitimationen seit Ende des Kalten Krieges. Leider hat der Vortrag von Herr Solty gefehlt, von dem ich mir erhofft hatte, eine Brücke zu schlagen zu neueren sicherheitspolitischen Themen, die vor allem Regionen wie die MENA oder Konfliktländer betreffen, und die durch die Logik des Kalten Krieges sich erklärende aktuelle Ukraine-Krise. Demnach wird das Ende des Kalten Krieges oft als geschichtlicher Bruch gesehen, während sich aktuell herauskristallisiert, dass es Kontinuitäten in beiderlei hinsicht gibt (beiderlei meint hier bezüglich der Machtpolitischen Beziehungen zwischen West und Ost sowie der polemisch bezeichnet neokolonialen Beziehungen zwischen Nord und Süd), die evtl. auch durch Soltys Ansatz, Außenpolitik mit der Innenpolitik zu verknüpfen zu erklären sind.

Beryl Boehmer

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