Zu den russisch-chinesischen Beziehungen

Interessant war für mich heute der Vortrag von Peter Linke zu außenpolitischen Denkansätzen in Russland. Diese russische Debatte blieb mir durch mangelnde Sprachkenntnisse bisher weitgehend unzugänglich.

Die in der Debatte prädominante Anerkennung von China als größere Macht, mit der man nicht unter Gleichen verhandeln kann, überraschte mich dann auch. Hier hätte ich mehr russisches Selbstbewusstsein erwartet, d.h. das Beharren auf eine Beziehung auf Augenhöhe, zur Not unter Rückgriff auf eine falsche Wahrnehmung der realen Machtverhältnisse. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich diese neue Konstellation auf die historisch doch sehr wechselhaften russisch-chinesischen Beziehungen auf Dauer auswirken wird. Die Juniorrolle wird meines Erachtens sicherlich eine dauerhafte Abkehr Russlands von Europa verhindern – im Zweifelsfall ist ein zweites strategisches Standbein keine schlechte Voraussetzung für einträgliche Verhandlungen. Sich einer einseitigen Abhängigkeit auszuliefern, wäre unklug.

Yann Wernert

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